Wege aus der Routine
Studienleiterin Christiane Berthold-Scholz setzt sich für anregende und bereichernde Gottesdienste ein
Möchten Pfarrerinnen und Pfarrer, Gottesdienst-Teams und Kirchenvorstände für ihren Gottesdienst Wege aus der Routine suchen, dann sind sie bei Christiane Berthold-Scholz an der richtigen Adresse. Seit kurzem leitet sie die Arbeitsstelle Gottesdienst im Hofgeismarer Predigerseminar. Ihr Ansatz: „Vor Ort schauen, was man zum Blühen bringen kann; welche Ressourcen es gibt.“
Was hat sie da gerade gesagt? „In normalen Gottesdiensten halte ich es manchmal selber nicht mehr aus.“ Ihre Worte erklären sich schnell: Christiane Berthold-Scholz hat viele Jahre ehrenamtlich Kindergottesdienste gestaltet, hat am Pädagogisch-Theologischen Institut (pti) mit Pfarrerinnen und Pfarrern an Konzepten für lebendige Konfirmandenarbeit gefeilt und zuletzt sieben Jahre lang als Gemeindepfarrerin mit anderen zusammen in Niedervellmar (Kirchenkreis Kassel-Land) ein differenziertes Gottesdienstprogramm entwickelt. Jetzt kann sie in ihrem neuen Wirkungskreis, der „Arbeitsstelle Gottesdienst“, angegliedert an das Predigerseminar der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Hofgeismar, aus ihrem Ideenpool schöpfen.
Der 57-Jährigen geht es nicht darum, alles über den Haufen zu werfen. „Wir haben ein reichhaltiges Agendenwerk, das von der Liturgischen Kammer unserer Kirche sorgfältig entwickelt wurde“, sagt sie. Und sieht darin die notwendige Basis und Orientierung für gottesdienstliches Handeln. Doch manches Mal bestehe die Gefahr, dass der Gottesdienst vor lauter Routine „langweilig wird und seine Botschaft den ,Normalchristen’ nicht erreicht“. Dabei wünsche sich jede Pfarrerin und jeder Pfarrer, dass die Besucher für sich etwas Stärkendes und Belebendes mit nach Hause nehmen können.
Möchten Pfarrerinnen und Pfarrer, GottesdienstTeams und Kirchenvorstände Wege aus der Routine suchen, dann sind sie bei Christiane Berthold-Scholz an der richtigen Adresse. Ihr Ansatz: „Vor Ort schauen, was man zum Blühen bringen kann; welche Ressourcen es gibt.“ Als Beispiel dienen ihr die Jahre in Niedervellmar, wo die Gottesdienste im Monatsrhythmus unterschiedliche Schwerpunkte hatten: am ersten Sonntag im Monat ein Familiengottesdienst, am zweiten ein Predigtgottesdienst, am dritten mit musikalischem Schwerpunkt, am vierten mit Taufe oder speziellem Thema und manchmal am fünften mit einem Gast auf der Kanzel. Ob es die verschiedenen Chöre oder die Laienprediger waren: Die Mitstreiter fanden sich in Niedervellmar. Je nach Musikangebot, Prediger oder Thema seien zum Teil signifikant mehr und andere Menschen in die Kirche gekommen.
„Bei dem ansetzen, wo schon etwas da ist; ausprobieren, was geht“, heißt für Berthold-Scholz, „bekannte Formen an bestimmten Stellen weiterzuentfalten, intensiver erlebbar zu machen.“ Ideen dazu hat sie: Eine Taufkerze nicht nur als Dekoration anzuzünden, sondern in ihrem symbolischen Gehalt zur Geltung zu bringen; Stücke aus der Thomasmesse in den Normalgottesdienst zu integrieren, etwa eine „Offene Phase“ mit eigener kreativer Vertiefung für die Teilnehmer; einen Kirchenraum mit der ihm eigenen Botschaft bewusst zu gestalten und mit einzubeziehen: „Es sollte ein anregendes und bereicherndes Erlebnis sein, einen Gottesdienst zu besuchen.“
Den Gottesdienst sonntags um 10 Uhr hält Berthold-Scholz jedenfalls nicht für ein Auslaufmodell: „Für viele ist er – genau zu dieser Uhrzeit – ein Fixpunkt.“ Gewohntes weiterzupflegen, könne durchaus heißen, den Gottesdienst mit „Lust und Liebe und der Professionalität des Theologen“ zu gestalten. Zusatzangebote wie ein Brunch-Gottesdienst oder eine Andacht am Samstagabend könnten den Klassiker am Sonntagmorgen ergänzen. Furcht vor einer Entwicklung zum bloßen Event hat Berthold-Scholz nicht. Selbst Anleihen aus der medialen Kultur, hält sie für eine „interessante Geschichte“. Eine festliche, eine fröhliche Stimmung zu nutzen, um die gute Nachricht zu überbringen: Was soll daran verkehrt sein?
Ein Beitrag von Irene Graefe, Erstveröffentlichung: blick in die kirche 3/2008
Hier finden Sie eine Übersicht der aktuellen Bildungsangebote der Arbeitsstelle. Detailinformationen und die Anmeldemöglichkeit finden Sie auf der Internetseite des Evangelischen Predigerseminars in Hofgeismar.
Alle Jahre wieder – Weihnachtsspiele beurteilen, gestalten, selbst entwerfen
Studientag in Wächtersbach
Vom 03.09.2010 bis 03.09.2010
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Alle Jahre wieder – Weihnachtsspiele beurteilen, gestalten, selbst entwerfen
Studientag in Wabern
Vom 11.09.2010 bis 11.09.2010
Anmeldung: - ab sofort -
Zur Anmeldung beim Evangelischen Predigerseminar in Hofgeismar klicken Sie hier! (neues Fenster)
Hier finden Sie die Ansprechpartner der Arbeitsstelle Gottesdienst. Informationen zu den Kontaktmöglichkeiten s.u..
Christiane Berthold-Scholz (Pfarrerin)
Predigerseminar der EKKW
- Arbeitsstelle Gottesdienst -
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34369 Hofgeismar
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Fax: 05671/881-250
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Messhagen 21
34369 Hofgeismar
Tel. (05671) 7668030
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Vita
geboren 1950 in Kassel; aufgewachsen in verschiedenen Dörfern des Altkreises Hofgeismar
Abitur 1969 in Hannoversch-Münden
Studium der Evangelischen Theologie 1969-1975 in Göttingen, Heidelberg und München – Stipendiatin des Evangelischen Studienwerkes Villigst
Lektoratstätigkeit im Christian-Kaiser-Verlag, München 1976-1978
Vikariat in Neckargemünd bei Heidelberg 1978-1979
Gemeindepfarrdienst in Veckerhagen (Kirchenkreis Hofgeismar) 1979-1984
Elternzeit 1984-1995, währenddessen Kindergottesdienstarbeit im Kirchenkreis Hofgeismar
Lehrtätigkeit am Evangelischen Fröbelseminar Kassel 1995-1996
Katechetische Studienleiterin in der Arbeitsstelle für Konfirmandenunterricht (aku) am Pädagogisch-Theologischen Institut Kassel 1996-2000
Begründung der „Thomasmesse Kassel“ (gemeinsam mit Joachim Happel) 1999-2006
Gemeindepfarrdienst (Stellenteilung) in Vellmar-Niedervellmar (Kirchenkreis Kassel-Land) 2000-2007
Studienleiterin am Evangelischen Predigerseminar Hofgeismar in der Arbeitsstelle Gottesdienst seit Januar 2008
verheiratet mit Dr. Frithard Scholz, zwei erwachsene Kinder, ein Enkelkind.
Arbeitsschwerpunkte
Noch kein Eintrag.
Veröffentlichungen
Veröffentlichungen in „Predigtstudien“ (seit 1979) und „Konfer normal“ (seit 1996)


